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Das Prinzip der Spanntenbauweise

  Im ersten Schritt werden Rückwand und eine Seitenwand verschraubt und verleimt.  
  Dann können weitere Spannten angeschraubt werden...  
  ...bis schließlich auch die zweite Seitenwand mit der Rückwand verbunden wird.  
  Mit der vorderen Wand wird das ganze zu einem Rahmen. Leim nicht vergessen!  
  Die Trassen werden nun auf die Spanten geschraubt. Auch hier sollte man nicht auf den Leim verzichten.  
  Bespiel für die Spantenbauweise. Bei Modulanlagen ergibt sich diese Bauart fast von selbst.  
  Im oberen Bereich können zusätzliche Spanten nachträglich eingefügt werden. Dabei muss man sich nicht unbedingt an das Raster der Basiskonstruktion halten.  
  Kleben&Schrauben heißt die Devise, wenn man ein stabile Verbindung erhalten will.  
  So sieht dann die fertige Verbindung im Querschnitt aus.  

Die Geschichte der Spantenbauweise ist eine Geschichte voller Missverständnisse...

Viele Modellbauer scheuen sich vor der Spantenbauweise da sie im ersten Moment recht kompliziert erscheint. Das Problem liegt aber eigentlich an einer ganz anderen Stelle, nämlich in der Planung. Dabei ist es eigentlich unerheblich ob ein zusätzlicher Kreuzrahmen verwendet wird.

Viele Modellbahner verfolgen einen evolutionären Ansatz. Will heißen, man fängt mal mit einer Grundplatte an, macht dann Gleise drauf und vielleicht noch ein paar Tunnels drüber. Sobald es mal unter die Gleisebene geht wird es schon schwieriger, vor allem wenn die Grundplatte auch die Stabilität der Anlage garantieren soll.

Das Dilemma lässt sich lösen, indem die Gleistrasse von vorneherein etwas angehoben wird. Das hat zudem noch den Vorteil das man die Untiefen der Anlage praktischerweise für Schattenbahnhöfe nutzen kann. Da eine Platte hier nur eingeschränkten Zugriff erlauben würde und auch die Verdrahtung sehr erschwert, werden üblicherweise Kreuzrahmen als Basis verwendet.

Vom Kreuzrahmen...

Wurden die Trassen zunächst nur mit Brettchen oder ähnlichem auf Höhe gebracht, gingen Modellbauer wie Bernhard Stein noch einen Schritt weiter und verwendetet Spanten um gleichzeitig Trasse und Gelände fixieren zu können. Der stabilisierende Rahmen ist hier aber immer noch das tragende Element.

Animation: Aufbau mit Kreuzrahmen

zur Spantenbauweise.

Geht man jetzt noch einen Schritt weiter, kann man den Rahmen eigentlich auch ganz weglassen. Die nötige Stabilität erhält die Konstruktion durch ausreichend dickes Sperrholz. Für größere Anlagen kann man die Außenwände aus Dreischichtplatten (15mm-19mm) erstellen. Das ganze ist dann derart stabil das man darauf laufen kann.

Animation: Aufbau ohne Kreuzrahmen

Planen, Zeichnen, Übertragen, ...

Wichtigste Vorraussetzung für das Gelingen ist eine präzise Planung. Die Lage der Gleise muss beim Erstellen der Spanten bereits genau festgelegt sein damit die Trassen genau passend auf die Spanten zu liegen kommen. Am einfachsten lassen sich die Spanten von einem Plan in Originalgröße abnehmen.

Für Anlagen in mehreren Ebenen ist es etwas komplizierter. Hier werden entweder mehrere Platten verwendet oder aber man erstellt eine Blaupause (zum Beispiel auf Packpapier). Von dieser Vorlage werden die Trassen später mittels Kohlepapier auf die Trassenplatten übertragen. Wer Zugang zu einem Großformat-Drucker (CAD) hat, kann sich hier auch einen schönen Plan drucken lassen.

und Sägen!

Mit etwas Übung bekommt man recht schnell raus, was gut geplant sein muss und wo man sich Freiheiten lassen kann. Letztlich hindert einen niemand daran, auch später noch die Stichsäge anzusetzen oder Teile nachträglich zu Montieren.

So werden im Beispiel die Spanten nur bis zur Bahnhofsebene zugesägt. Das reicht zur Stabilisierung vollkommen aus. Die weiteren Aufbauten werden erst nach Abschluss der Gleisarbeiten angebracht.

Kabelführung nicht vergessen!

Da man später nur schlecht an bestimmte Stellen kommt, sollten bereits beim Sägen der Spanten Platz für die Verlegung der Kabel geschaffen werden.

Dazu genügt es meist, Ausparungen unter die Trassenauflagen zu schneiden wo die Kabel laufen können. Unter größeren Flächen wie z.B. im Bahnhofsbereich finden Elektronikbausteine Platz.

1) Bohrungen für Ringleitung etc.
2) Aussparungen für Kabel unter der Trasse

Querschläger

Die obenliegenen Spanten müssen sich dann auch nicht nach dem Raster des unteren Aufbaus richten sondern können sich an den Landschaftlichen Gegebenheiten orientieren. Gerade im Bereich von Tunneleinfahrten ist das Raster gerne etwas hinderlich.

In den Ecken ist es sinnvoll, zusätzliche Spanten quer einzubauen. So kann eine bessere Führung der Trasse zu gewähleistet werden da hier meist die Kurven liegen.

Kleben UND Schrauben

Soll die Verbinung stabil und dauerhaft sein, kommt man um die Verwendung von Holzleim nicht herum. Die Schrauben vereinfachen die Montage, sind aber für die Verbindung selber nur bedingt nötig.

Die stumpfe Verbindung zweier Holzteile zum Beispiel mit 3,5er Spax Schrauben läuft eigentlich immer nach dem selben Schema ab:

1) In das oben liegende Teil wird mit einem 3,5mm Bohrer ein Loch gebohrt

2) Holzleim wird auf die Verbindungsfläche einseitig aufgebracht

3) Mit Schraub- oder Klemmzwingen kann man die Teile zusammenhalten

4) Bei kleinen Teilen oder wenn die Schrauben nahe am Rand sitzen hilft das vorbohren mit einem 2mm Bohrer.

5) Nun kann die Schraube in bündig mit dem Schraubenkopf eingedreht werden. Ein Akkuschrauber erleichtert diese Arbeit sehr.

5) Nach einer ausreichendenen Wartezeit kann die Verbindung belastet werden. Hier gibt es Unterschiede bei den verschiedenen Holzleimen, in der Regel reichen aber 30min bei Raumtemperatur (ca.20°C)

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