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Kapitel 3:
Schotter und Sand

  Holzschwellen werden mit etwas heller, brauner Farbe gealtert, dann erhalten die Profile eine Schicht "Rost".  
  Feiner Sand wird als Randstreifen neben dem Schotterbett verteilt.  
  Mit einem Pinsel lassen sich die Schotterkörner auf dem Gleis verteilen.  


  Im Bereich der Weichen gilt es mit dem Schotter sorgsam umzugehen.  
  Eine Spritze hilft den stark verdünnten Kleber tropfenweise gezielt aufzubringen.  

Gleise verlegen

die Gleise werden auf 3mm Korkstreifen verlegt. Dabei geht es weniger um die Geräuschdämmung, sondern einfach um das erhöhen der Schwellen gegenüber der Trasse. Im Bahnhofsbereich kann man den Kork auch weglassen, hier sind die Bereiche zwischen den Gleisen meist Schwellenbündig mit Sand verfüllt.

Wer es leiser mag, kann anstelle des Kork Trittschalldämmung (Resorb) verwenden. Mit dem passenden Kleber lassen sich hier sehr gute Ergebnisse erzielen. Für kleine Anlagen mit wenig Zugverkehr sollte die Thematik keine große Rolle spielen, bei größeren Anlagen macht sich das aber durchaus bemerkbar.

Vor dem Befestigen der Gleise müssen alle elektrischen Anschlüsse nach Möglichkeit von unten an die Profile gelötet werden. Passende Bohrungen (1,5-2mm) führen die Litzen in den Untergrund. Nach dem Schottern sind die Verbindungen kaum zu sehen. Größere Durchmesser sind kritisch, da der feine Schotter dann durch die Löcher rieselt.

Zum kurzzeitigen Fixieren der Gleise genügt doppelseitiges Klebeband. Allerdings sollte der Zug z.B. durch Flexgleise nicht allzu groß werden. Von dem Band werden Streifen in Schwellenbreite abgeschnitten und auf dem Untergrund platziert. Dann die Trennfolie abziehen und das Gleis festdrücken.

An kritischen Stellen ist Pattex eine gute Wahl. Dabei werden Schwellen und Kork eingestrichen und das Gleis nach dem Trocknen kurz fest aufgepresst. Diese Methode ist deutlich stabiler aber auch recht entgültig. Die Gleise können nur schwer wieder gelöst werden. Am besten geht es mit einer Spachtel, die unter das Gleis geschoben als Hebel dient.

Holz und Rost

Das Altern der Gleise sollte unbedingt vor dem Schottern durchgeführt werden. In einem ersten Schritt bekommen die Schwellen eine passende Patina. Für ein Optimales Ergebnis erhalten die Gleise zuvor eine Grundierung in einem matten Schwarz-Braun.

Den verwitterten Look von Holzschwellen erzeugt mittels der bekannten Dry-Brush-Technik. Ein fast farbleerer Pinsel mit einem hellen Braunton wird dabei flach über die Schwellen geführt so das nur die Konturen der Schwellen erfasst werden.

Im letzten Schritt werden die Profile mit einem Rostroten Farbton deckend eingefärbt. Ein langer, dünner Pinsel ist hier genauso geeignet wie eine Airbrush Pistole. Die Kleineisenteile dürfen dabei etwas Farbe abbekommen, die Schwellen eher nicht.

Schotter und Sand

Ob man den Sandstreifen in der kleine Spur überhaupt nachbilden sollte ist eine Glaubensfrage. Sand im richtigen Maßstab ist eigentlich Staub und die Körnung ist kaum sichtbar. Insofern reicht eigentlich auch etwas erdbraune Farbe als Sandimitation völlig.

Wem das nicht genügt, der braucht ein sehr feines Sieb. Den feinen Staub verteilt man dann neben den Korkstreifen oder streut ihn direkt in die feuchte Farbe.

Der feine Schotter stammt vom MBC Wilder Kaiser (www.mbc-wilderkaiser.at). Mit einer "Zuckerflasche" aus dem Fundus eines bekannten schwedischen Möbelhauses wird der Schotter zwischen den Profilen aufgebracht und mit einem Borstenpinsel gleichmäßig verteilt. Auf beiden Seiten des Gleises führt man die Flasche entlang, so das die Schwellen fast verschwinden.

Mit einem gestutzten Rundpinsel werden nun die Schwellen gesäubert. Einzelne Körner stören nicht, aber im wesentlichen sollten Schwellen schotterfrei sein. An den Seiten entsteht eigentlich automatisch der typische Schotterwall, sofern genügend Schotter aufgebracht wurde. Kleinere Unregelmäßigkeiten werden durch gezieltes Nachschottern beseitigt.

Fixiert!

Zunächst wird das Schotterbett gründlich "Bewässert". Eine Blumenspritze mit Wasser und einigen Tropfen Spülmittel leistet hier gute Dienste. Noch besser ist ein alter Deo-Zerstäuber. Den umliegenden Bereich deckt man am besten weiträumig mit Zeitungspapier ab. Der Schotter sollte schon einigermaßen gut durchfeuchtet sein, also mehrmals mit einem feinen Nebel einsprühen.

Des Modellbahners Schotterkleber ist traditionell verdünnter Weißleim. Dieser hält sehr gut, wird aber auch recht hart und ist damit der Geräuschdämmung eher abträglich. Besser sind dauerelastische Kleber. Der Latex Schotterkleber von HEKI ist ein brauchbarer Kompromiss. Wichtig ist die relativ starke Verdünnung, der verarbeitungsfähige Kleber hat etwa die Konsistenz von Milch.

Kleber, die auf Basis der Adhäsion den Schotter zusammenhalten sollen, sind nur für stationäre Anlagen zu gebrauchen die nicht mehr bewegt werden. Für alle anderen sind nur Kleber geeignet, die dem Schotter und den Gleisen einen sicheren Halt gewähren.

Mit einer Spritze samt Kanüle lässt sich der Kleber gezielt tropfenweise zwischen den Schwellen verteilen. Dabei darf keine Stelle übersehen werden, damit später alle Körnchen halten. Wurde der Schotter gut angefeuchtet, verläuft der Kleber blitzschnell und ein leichter weißer Schimmer verrät wo man schon gewesen ist. Nach wenigen Minuten ist auch der kaum mehr zu sehen.

Hat man zum fixieren der Gleise Nägel oder Schrauben verwendet, kann man diese nach dem Aushärten des Schotters wieder entfernen. Unnötige Schallbrücken zwischen Gleis und Untergrund werden so verhindert.

 

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