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Eine kleine Grasfibel |
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Vorbereitungen Bereits beim Modellieren der Geländehaut sollte man sich mal grob Gedanken darüber machen, was denn später an welcher Stelle wachsen soll. Verkrautete Bahndämme, gepflegter Rasen oder Viehweide. Möglichkeiten gibt es genügend. Allerdings gilt hier auch der Grundsatz: Weniger ist mehr! Erdarbeiten Die Gestaltung des Untergrundes spielt eine große Rolle in der Gesamtwirkung. Mit Ausnahme der bekannten Englischen Gärten wird man selten eine makellose Grasnarbe antreffen. Irgendwo schimmert stets etwas Erdreich durch. Spannend sind auch Übergänge von Schotterflächen zu Wiesen. Auch wenn man später nur wenig davon sieht, spielt die Gestaltung des Untergrundes eine wichtige Rolle. Eine Erdbraune Tönung ist hier von Vorteil. An Stellen wo das Gras nur spärlich wachsen soll kann man vorab sehr feinen Sand als Untergrund aufbringen. An Stellen mit dichtem Bewuchs genügt ein Anstrich mit erdbrauner Dispersionsfarbe. "Trampelpfade" und andere Unebenheiten sollten schon vor der Begrünung angelegt sein. | |||
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Elektrisierend Senkrecht stehende Fasern lassen sich nur mit einem Elektrostatischen Beflockungsgerät bekommen. Es gibt sicher Fälle, wo der Bewuchs es nicht erfordert. Aber eine hohe Wiese wirkt nur mit langen, senkrecht stehenden Grasfasern richtig gut. Zu einem vertretbaren Preis ist im Handel der Noch Gras-Master verfügbar, über dessen Leistung durchaus verschiedene Meinungen existieren. HEKI hat ebenfalls ein neues Gerät im Angebot das einen guten Eindruck macht. Vorstellung folgt! Das frühere recht teure Gerät von HEKI aus den Publikationen von Bernhard Stein ist mittlerweile wohl keine Alternative mehr. Das war zwar sehr professionell, aber das schlägt sich auch im Preis nieder. Im Internet sind verschiedene Eigenbau-Vorschläge zu finden. Hier kann man selber basteln oder sich an einen der vielen Modellbauer wenden die hier Hilfe anbieten. Eine Quelle ist hier zum Beispiel Georg Holzhammer (www.shop.projektdesign.at). In Kleinserie gebaut "wurde" ein Gerät namens Gras.o.mat von XTEQ Tools welches ab und an bei EBay zu haben war. Mit 15kV ist es ein sehr leistungsfähiges, einfaches aber praktisches Gerät das den professionellen Geräten durchaus ebenbürtig ist. Leider wird das Gerät nicht mehr hergestellt! Weißleim oder Kleister? Im Prinzip kann man alles verwenden das klebt, einen speziellen Leim braucht man nicht. In jedem Fall sollte der Kleber so dickflüssig sein das er auf schrägen Flächen nicht abläuft und gleichzeitig so flüssig das die Fasern gut haften bleiben. Weißleim eignet sich recht gut. Mit etwas Wasser wird der Leim auf die erforderliche Konsistenz eingestellt, ein Tropfen Spülmittel verhindert eine zu frühe Hautbildung. Die Fasern halten nach dem Trocknen fest im Kleber. Allerdings zieht Holzleim je nach Typ recht schnell an und bleibt nicht allzu lange offen. Tapetenkleister geht ebenfalls. Am besten eignet sich die Variante für schwere Tapeten. Der Kleister wird dick angerührt und muss aufquellen. Die Endfestigkeit ist nicht ganz so gut wie bei Weisleim, dafür ist der Kleber recht günstig und damit für größere, stationäre Anlagen geeignet. Der Leim wird praktischerweise in eine kleine Kunststoffflasche gefüllt und auf die zu Begrasenden Flächen aufgebracht. Damit der Kleber nicht vorzeitig austrocknet, sollte man sich auf kleinere Flächen beschränken. In Bereichen mit spärlichem Wuchs wird der Beflockungs-Leim nicht deckend verteilt, so dass der Untergrund durchscheinen kann. Wachstum Die Grasfasern der Wahl werden nun beginnend bei der kleinsten Wuchshöhe aufgebracht. Zunächst kommt ein dunklerer Ton zum Einsatz, der den Großteil der Fläche bestimmt. Zwischendrin sollten immer wieder lichtere Stellen bleiben. In einem zweiten Durchgang kommen hellere Fasern in den Vorratsbehälter des Begrasungsgerätes, mit denen die lichten Stellen und Ränder begrast werden. Mit Papier lassen sich benachbarte Stellen abdecken und verschiedene Bereiche trennen. So erhält man schöne Schattierungen und ein abwechslungsreiches Gesamtbild. | ||||||
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Büschel und Streifen Es ist erstaunlich, wo überall noch Gras wächst. Ein kleiner Riss in der Teer-Decke, und schon bald zeigt sich der erste Trieb, der den spärlichen Lebensraum besiedelt hat. Hier ein Büschel in der Ecke, dort einer im Rinnstein. Es gibt mehrere Methoden, diese Büschel zu imitieren. Im einfacheren Fall entstehen sie gleich mit der restlichen Wiese. Einzelne Kleberpunkte werden an die Stellen gesetzt, wo die Büschel stehen sollen. Die Fasern halten nur dort wo Kleber ist während die trockenen Stellen frei bleiben. Schwieriger wird es in Winkeln, wo die Begrasungsgeräte naturgemäß gerne Probleme haben da das elektrische Feld da nicht so stark ist. Hier kann man sich behelfen, in dem man gezielt Grasbüschel züchtet. Wie das geht steht hier. Krautige Wiesen lassen sich auch durch mehrfaches Begrasen herstellen. Ist die erste Schicht Fasern durchgetrocknet, tupft man noch mal Leim in kleinen Punkten auf und geht erneut mit dem Elektrostaten und etwas dunkleren oder helleren Fasern über die Fläche. An den Kleberpunkten bilden sich bei ausreichender Spannung die Grasbüschel. Getreidefelder Mit langen, beigen Fasern lassen sich hochgewachsene Weizenfelder darstellen. Für Scharfe Kanten können benachbarte Flächen mit Karton oder Klebeband abgedeckt werden. Sonst legen sich die Fasern an den Rändern um, was nicht immer gewünscht ist. | ||||||
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Hersteller von Grasfasern Es gibt einige Hersteller und deren Fasern lassen sich problemlos mischen. Für eine ansprechende Optik ist das eigentlich sogar unumgänglich, denn mit einer Farbe alleine ist es nicht getan. Auch verschiedene Längen lassen sich sinnvoll kombinieren. Vor dem Großversuch auf der Anlage lässt sich die Wirkung auf einem kleinen Diorama oder einfach einem Stück Karton vorab testen. Die Liste ist nicht vollständig sondern gibt nur einen Überblick über die zum jetzigen Zeitpunkt vorliegenden Produkte! Wichtig ist, das die Fasern gerade sind. Bei den kurzen ist das in der Regel kein Problem. Lange, stark gebogene Fasern lassen sich nur sehr schlecht verarbeiten und das Ergebnis ist nicht so berauschend. Manchmal erhält man Fasern die sich zu kleinen Kugeln verklumpen, auch das tritt häufiger bei langen Fasern auf. Bei Elektrostaten mit ausreichend Spannung ist das kein Problem, ansonsten hilft nur die Fasern vor dem Beflocken auseinander zu pflücken. NOCH Die bekannte Firma hat verschiedene Fasern im Angebot. Die fertigen Mischungen sind durch den hohen Gelb/Rot-Anteil nur bedingt, die einfarbigen sind jedoch gut verwendbar. Noch vertreibt auch die Fasern von Woodland Scenics, leider gibt es diese nur in kurz. Dafür hat es verschiedene braun und beige Farben. Die langen, etwas borstigen Fasern eigenen sich als Weizenfeld im Maßstab HO. Es fehlt noch die eine Länge dazwischen, aber das Sortiment wird immer mal wieder um nette Sachen erweitert. HEKI Das Wildgras Waldboden ist ein gutes Standardgras für HO, die anderen Farben werden als Variation verwendet. Bei den kurzen Grasmischungen ist es schwieriger, brauchbare Ergebnisse ergibt Waldboden vermischt mit Moorgras (dunkles Grün). Auch das Wintergras kann zum mischen und insbesondere zum aufhellen verwendet werden. Silhouette Neuerdings sind die Fasern der mittlerweile bekannten Silhouette Grasmatten auch als lose Ware erhältlich. Die Frühlingswiese ist aber schon ein recht frisches Grün, Sommer und Frühherbst sind eine gute Basis und Spätherbst eignet sich zum aufhellen für verdorrte Flächen (Frühherbst ist eigentlich nur eine fertige Mischung aus den Farben Sommer und Spätherbst). Weitere Farben runden das Sortiment ab. Auf Photos werden die Farben hervorragend wiedergegeben. Die Fasern sind in 3 Längen (2mm, 4,5mm, 6,5mm) lieferbar. Besonders die mittlere Länge ist für alle N-Bahner sehr interessant denen die langen Heki Fasern zu lang sind. Polak Der hierzulande noch wenig bekannte Hersteller aus der Tschechei hat einige interessante Farben im Angebot. Die einfarbigen Fasern sind gut zu verarbeiten. Die Faserstärke und Länge variiert und der Gesamteindruck ist etwas matter was recht natürlich wirkt. Allerdings ist der Bezug etwas schwierig, ich hatte meine über Pürner bestellt.
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